Natur im Gespräch
5 Fragen an Christine und Daniel von NATURbelichtet – Kreative Naturfotografie
Kreative Naturfotografie lebt von neuen Blickwinkeln, Emotionen und der Fähigkeit, Gewöhnliches außergewöhnlich erscheinen zu lassen. Christine und Daniel von Naturbelichtet teilen ihre gemeinsame Leidenschaft für Natur und Fotografie und haben dabei einen unverwechselbaren Stil entwickelt. In unserem Austausch geben sie Einblicke in ihre Arbeitsweise, ihre Inspiration und ihre Philosophie hinter kreativen authentischen Naturaufnahmen.

Bild von Naturbelichtet
Bilder von Naturbelichtet
Über Naturbelichtet
Seit 2020 teilen wir unsere Leidenschaft für Fotografie und Natur. Dabei entwickeln wir immer wieder ganz eigene, künstlerische Blickwinkel – mal minimalistisch, mal abstrakt, aber immer mit Liebe zum Detail. Was uns verbindet, ist die Freude am gemeinsamen Draußensein, das Entdecken neuer Perspektiven – und die Begeisterung, diese mit anderen zu teilen.
5. Fragen
1. Was macht für euch persönlich ein kreatives Naturfoto aus und woran erkennt man euren eigenen fotografischen Stil?
Kreativität ist ein Begriff, unter dem wahrscheinlich jeder ein bisschen was anderes versteht. Für uns liegt Kreativität vor allem darin, mal über den Tellerrand zu schauen, Dinge zu machen, die man so vielleicht noch nicht gesehen hat - Ideen weiter zu entwickeln, mit den Gegebenheiten vor Ort zu spielen.
Woran man unseren Stil erkennt, ist für uns gar nicht so leicht zu sagen! ;-) Wir versuchen einfach aus allem das Beste zu machen. Dazu ist hin und wieder eben Kreativität gefragt, um auch bei "normalen" und "langweiligen" Bedingungen ein spannendes Bild machen. Dabei entstehen oft verspielte oder abstrakte Bilder, manchmal auch minimalistisch und reduziert. Wir versuchen, unsere Freude und Begeisterung für die Natur und die Fotografie in unseren Bildern zu zeigen und lassen uns immer wieder von der Natur inspirieren - denn sie hat unendlich viel zu bieten!
2. Wo zieht ihr für euch die Grenzen in der Bildbearbeitung – ab wann wird aus Naturfotografie eher digitale Kunst?
Bildbearbeitung ist natürlich unerlässlich, vor allem, wenn man in RAW fotografiert. Die Frage ist natürlich, was und wie viel an einem Bild verändert wird. Wir probieren alles, was möglich ist, bereits vor Ort zu lösen, sodass wir schon annähernd das Bild auf dem Display sehen, das wir uns vorgestellt haben. In der Bildbearbeitung orientieren wir uns bei fast allen Fotos an den Wettbewerbsregeln der bekannten Fotowettbewerbe. Nicht, weil wir jedes Bild einreichen wollen, sondern weil es sich für uns ehrlicher anfühlt, so wenig wie möglich digital nachzujustieren.
Ab und zu es gibt auch mal Ausnahmen von dieser Regel. Wenn wir erst am Rechner feststellen, dass die Szene anders aufgenommen viel besser gewirkt hätte, ist das für uns erstmal kein Grund, dieses Bild zu löschen. Es ist ja auch ein Lerneffekt, das Bild entsprechend nachzubearbeiten: Beim nächsten Mal erinnert man sich daran und kann es vor Ort direkt besser machen. Ob wir das stärker bearbeitete Bild dann irgendwo hochladen oder zeigen, ist noch mal eine andere Frage. Das kommt ganz darauf an, wie wohl wir uns mit dem Ergebnis fühlen. ;-)
Was für uns nicht in Frage kommt, ist, Dinge zu einem Bild hinzuzufügen oder Bildteile auszutauschen. Natürlich wünscht man sich bei dem einen oder anderen Bild einen spannenderen Himmel oder ein Tier an der richtigen Stelle. Eine solche Manipulation wäre für uns dann aber ein digitales Werk und hätte nichts mehr mit dem Erlebten vor Ort zu tun. Für uns ist es einfach wichtig, dass unsere Bilder authentisch sind.
3. Wie seid ihr ursprünglich zur kreativen Naturfotografie gekommen und gab es einen Schlüsselmoment, der euch besonders geprägt hat?
Christine war nie zufrieden mit ihren klassischen Bildergebnissen - immer stand die Frage im Raum, was ihr Bild wirklich besonders macht. Außerdem war da immer das Gefühl, dass es wahrscheinlich schon tausend Fotografen vorher gab, die dieses Motiv abgelichtet haben - nur eben besser. Diese Gedanken trieben sie immer mehr an. Immer wieder probierte sie, Bilder zu machen, die nicht so leicht zu reproduzieren sind - weder von ihr noch von anderen.
Daniel hat lange sehr klassisch fotografiert. Auch ihn beschlich irgendwann der Gedanke, dass er Bilder machen möchte, die einzigartiger sind. Mitten in diesem Prozess lernten wir uns kennen und er wurde von Christines verspieltem und abstraktem Stil angesteckt. So entstand schnell ein "Teufelskreis" im positivsten Sinne. Wir inspirierten uns gegenseitig und entwickelten uns zusammen weiter.
4. Welche Jahreszeit inspiriert euch fotografisch am meisten und warum bietet gerade diese Zeit für euch die spannendsten kreativen Möglichkeiten?
Das ist eine echt schwierige Frage. Eigentlich hat jede Jahreszeit etwas für sich. Wir lieben die Frühblüher mindestens genauso wie die Pilze, denn beides bietet unendlich viele Möglichkeiten, kreativ zu werden und abstrakt zu arbeiten. Und bei diesen Motiven muss man es sich noch nicht einmal hart erarbeiten! Der Sommer ist für uns jobbedingt Reisezeit - von daher auch fotografisch immer wieder spannend. Sich spontan auf fremde, neue Umgebungen einzulassen, Motive zu entdecken und zu erarbeiten, die es bei uns nicht gibt, macht uns einfach Freude. Am herausfordernsten ist für uns wohl der Winter. Nur selten ist er so frostig und schneereich wie in diesem Jahr. Meistens sind es dann eher die minimalistischen Motive, die wir in dieser Zeit einfangen. Also welche Jahreszeit ist jetzt die inspirierenste...? Wir würden sagen: Immer die, die bald beginnt! ;-)
5. Was war der Anreiz für euch, Naturbelichtet als gemeinsames Projekt zu starten, und wie beeinflusst eure Zusammenarbeit eure Kreativität?
Naturbelichtet haben wir knapp drei Jahre nach unserem Kennenlernen gestartet. Die Idee lag eigentlich auf der Hand: Wir haben kaum noch ohne einander fotografiert. Und wenn man ständig zusammen mit der Kamera unterwegs ist, bleibt es nicht aus, dass man sich gegenseitig inspiriert und sich die Stile einander annähern. Oft zeigen wir uns vor Ort das eine oder andere Bild auf dem Display und es kommt nicht selten vor, dass der andere dazu noch eine Idee hat. Und so fließt dann der Impuls des einen in das Bild des anderen ein. So richtig können wir gar nicht mehr trennen, wem welches Bild gehört. Und manchmal können wir uns auch beide nicht mehr erinnern, wer das eine oder andere Bild eigentlich gemacht hat.
Fazit
Nach diesem spannenden Einblick wird deutlich, wie viel Leidenschaft, Kreativität und Herzblut hinter Naturbelichtet steckt. Mich persönlich beeindruckt besonders, wie authentisch sie ihren eigenen Stil entwickelt haben und dabei ihrer Linie treu bleibt. Es ist inspirierend zu sehen, wie sehr die gemeinsame Zeit in der Natur verbindet und antreibt.
An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei euch bedanken, dass ihr eure Gedanken, Erfahrungen und eure Begeisterung für die Naturfotografie geteilt habt. Ich bin mir sicher, dass ihr damit viele Menschen inspiriert und motiviert, die Natur mit neuen Augen zu sehen.
Danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt zu lesen! Wenn ihr mehr von Naturbelicht sehen wollt, schaut unbedingt vorbei.


